Hessen. Essen. Heinkel

 

Die Herbstausfahrt 2017 der Heinkel-Freunde Kassel

 

von Dietmar Arndt

 

Bei vielen regionalen Heinkel-Stammtischen ist es gute Sitte, die Saison mit einer letzten gemeinsamen Ausfahrt zu beschließen

– so auch bei den Heinkel-Freunden Kassel.

 

Die diesjährige Route führte uns am Tag der Deutschen Einheit (03. Oktober 2017) nach Bad Wildungen, weiter Richtung Edersee und zurück nach Kassel.

 

Schon zu Beginn gab es eine kleine Überraschung, denn es regnete nicht. Das ist für die nordhessische Region in diesem Jahr nicht selbstverständlich. Insbesondere wenn man an die Tage zuvor denkt, an denen es alles andere als vielversprechend aussah. Entspannt und gut gelaunt ging es somit vom Treffpunkt, dem Parkplatz vor dem „Sudhaus“, mit vier Rollern und fünf Personen los.

 

Das erste Ziel war Baunatal, um noch zwei Heinkler aufzugreifen.

 

Über kleine und kleinste Straßen ging es über Orte wie Metze, Kleinern, Haddamar und haste nicht gesehen gemächlich durch den Schwalm-Eder-Kreis Richtung Bad Wildungen. Der Streckenverlauf war mindestens so abwechslungsreich wie das Wetter – bewölkt, mit einer Ahnung von Regen bis hin zu Sonne und herbstlichem Leuchten. So bringt es die Region mit sich, dass man tolle Weitblicke hat und in der Ferne zum Beispsiel den Fritzlarer Dom erkennen kann. Einen Hügel und drei Kurven weiter ändert sich die Szenerie komplett zu Wald,es gibt kleine Straßen und die Einfahrt in das nächste Örtchen (Wellen: Wer war denn da schon einmal?).

 

Ein erster Zwischenstopp wurde in Züschen eingelegt. Aus gutem Grunde, denn hier liegt das Schloss Garvensburg. Schloss Garvensburg ist ein pittoreskes, fast burgähnliches Anwesen, welches als Restaurant und Hotel geführt wird und umgeben ist von einem weitläufigen Park. Eine Besonderheit ist, dass in diesem Park sehr schön anzusehende Steinskulpturen ausgestellt sind, welche man auch (sofern der Geldbeutel die Gestalt eines Geldsackes hat) käuflich erwerben kann.

 

Spätestens hier wurde allen wieder einmal klar, dass es nicht nur in der Ferne interessante Dinge zu sehen und Neues zu entdecken gibt.

 

Weiter ging es nach Bad Wildungen, welches übrigens eine wirklich sehenswerte Altstadt hat, und Reitzenhagen (direkt in der Nachbarschaft), um dort einzukehren. In Reitzenbach gibt es mit dem „Waffelhaus“ eine Gasstätte, die sich – wer hätte das gedacht - der Waffel verschrieben hat. Jeder kennt Waffeln mit Sahne und so weiter. Hier jedoch gibt es neben dem Standard eine schier unglaubliche Zahl von Waffelvariationen, die auch vor Waffel mit Tafelspitz und Soße nicht halt macht. Absolut sehens- und geniessenswert. Wichtig ist, einen Tisch zu reservieren, denn der Ansturm von Gästen ist ebenfalls enorm.

 

Nach gemütlichem Zusammensitzen und Schlemmen ging es bei immer besser werdendem Wetter weiter Richtung Edersee. Mit 27 km Länge gehört der Edersee auch über Nordhessen hinaus zu den großen Stauseen-eigentlich. Obwohl der Edersee touristisch weitgehend erschlossen ist, hat er seine eigentliche Bestimmung darin, die Weser-Schifffahrt mit Wasser(-schüben) zu versorgen. Das führt dazu, dass der Wasserpegel über den Sommer hinweg immer weiter abnimmt und im See immer mehr und größer werdende Landmarken zu sehen sind. Auf einmal verliert der See seine Mächtigkeit und wirkt irgendwie geschrumpft; die Ausflugsboote, die zwischen den Inseln kreuzen, verstärken diesen Eindruck meiner Meinung nach noch. Wer es nicht für möglich hält, sollte einfach mal vorbei fahren. Ist gar nicht soweit.

 

Zum Edersee gehört, wie das Eigelb zum Eiweiß, die Stadt Waldeck. Also ging es nach dem Kurvenparcour um den See hinauf in die Stadt, um dann nach kurzer Durchfahrt den Kurs Richtung Kassel zu setzen. Genau wie am Vormittag war auch dieser Teilabschnitt der Tour sehr abwechslungsreich. Netze, Naumburg (hier ist der Hessencourrier zu Hause), Ista und weitere Orte waren die Wegmarken Richtung Kassel. Und weil es so schön war, wollte auch das Wetter nicht hinten anstehen und hat uns mit einem kurzen Schauer gezeigt, dass Kassel erreicht ist.

 

Eine tolle Ausfahrt liegt nun hinter uns. Viel Neues von (Nord-)Hessen gesehen, Bekanntes neu entdeckt. Lecker gegessen (Waffel mit Pilzen) haben wir und sind gut 100 km mit dem Heinkel gefahren.

 

Jederzeit wieder, aber bitte nicht erst in einem Jahr.